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Ivyama Boachie - Oktober 2009
Ein ganzes Jahr am Waterberg in einer kleinen Gemeinde Okakarara, war eine ganz besondere Lebenserfahrung gewesen. Nach der Schule beschloss ich einen Freiwilligendienst für ein Jahr in Afrika beim DED-weltwärts zu leisten.
Denn gleich zu studieren war viel zu überstürzt für mich gewesen.
Ich selbst komme aus Afrika (Ghana) und lebe seit der Geburt in Deutschland.
Es bedeutete für mich das erste Mal in Afrika zu sein.
Das Angebot nach Namibia zu gehen um dort bei dem Projekt ´steps for children´ zu arbeiten, konnte ich dem DED nicht ablehnen.
Daraufhin kontaktierte ich den Projektleiter Dr. Michael Hoppe in Hamburg, um das Projekt und meine Aufgabenbereiche näher kennen zu lernen.
Die Beschreibung des Projektes erweckte Neugierde.
Aber so ganz konnte ich mir ein Aufenthalt für ein ganzes Jahr nicht vorstellen, denn alleine im Haus in der kleinen Gemeinde mit ungefähr 7000 Einwohner zu leben, würde schon eine große Umstellung für mich sein.
Doch der Einsatzplatz gefiel mir ausgesprochen gut.
Da ich gerne mit Kinder arbeite und mich und für verschiedene Kulturen interessiere, war der Einsatzplatz in Okakarara optimal gewesen.
Ich kam in Oktober 2008 in Namibia an und konnte mich in den ersten Wochen schon zufrieden geben.
Die Hereros haben mich im Ort sehr nett empfangen und auch das Lokale Management Sonja Klose und Assaph Kandjeo sowie die Arbeitskollegen bei steps for children haben mich mit offenen Armen willkommen.
In Okakarara herrscht ein richtiges Dorfleben:
Kühe, Ziegen und Hühner bewegen sich frei auf der Straße, an der Hauptstraße findet man einzelne Kleinmärkte und die Natur dominiert das ganze Gebiet.
Es gibt verschiedene Arbeitsmodule bei steps for children in den ich tätig war.
Unter anderem war es die Pre-school, in der wir morgens mit den Kindern einige Lieder gesungen haben, Unterricht gegeben haben und verschiedene Spiele gespielt haben.
Es sind sehr aktive, fröhliche, offene und neugierige Vorschulkinder.
In der Suppenküche wurden täglich verschiedene Gerichte zum Frühstück und zum Mittag für die Kinder und das Personal gekocht.
Später kam dann noch die Theatergruppe hinzu, in der ich auch teilnahm.
Es wurde geprobt und einige Aufführungen vor Ort gezeigt.
Einige Mitarbeiter habe ich Deutschunterricht gegeben.
In meiner Freizeit wurde ich oft zu Hochzeiten und anderen festlichen Aktivitäten von den Einheimischen eingeladen.
Ich konnte mich dort relativ gut einleben und habe die Kultur des Herero-Volkes kennen gelernt.
Mit den Leuten kam man leicht ins Gespräch und somit gab es oft einen Austausch von Lebenserfahrungen und interessanten Themen.
Ich habe viele besondere Erfahrungen in Namibia gemacht, die ich mit nach Deutschland gebracht habe.
Jedoch ging die Zeit für mich sehr schnell vorbei während meines Aufenthaltes.
Letztendlich wollte ich Okakarara nicht verlassen.
Im Projekt kamen innerhalb kurzer Zeit mehrere Module hinzu.
Ein Projekt, das wächst und wächst.
Am meisten haben mich die Kinder fasziniert.
Denn trotz Armut strahlen sie trotzdem Freude und Zufriedenheit aus.
Mich innerhalb sowie außerhalb des Projektes einzubringen hat mir viel Spaß gemacht.
Viele Freundschaften sind entstanden.
Es war ein einmaliges Erlebnis gewesen bei steps for children zu arbeiten.
Ein Privileg, der in meinen Leben eingeprägt wurde.
Die Integration in eine neue Lebenswelt war wichtig.
Es war nicht immer einfach sich in einigen Situationen anzupassen.
Die Lebensbedingung in Okakarara unterscheidet sich sehr von der in Deutschland.
Die Zusammenarbeit mit den Angestellten bei steps for children war im Großen und Ganzen ohne Schwierigkeit.
Jedoch gab es aufgrund der unterschiedlichen Mentalitäten/Kultur einige Missverständnisse und Schwierigkeiten bei der Verständigung untereinander.
Die Arbeitszeiten waren von acht bis zwei Uhr Mittags. Es war nicht zu lang und nicht zu kurz.
Auch gab es keine Arbeitsüberforderung.
Wegen den verschiedenen Arbeitsmodulen von steps for children, gab es eine Abwechslung am Arbeitsplatz.
Die Freizeit nach der Arbeit und am Wochenende war jedoch relativ einseitig, denn im Ort gibt es nicht viele Beschäftigungsmöglichkeiten, abgesehen von mehreren Bars, wo der Alkoholkonsum immer an erster Stelle steht.
Am Wochenende kann man zum Beispiel günstig in die Hauptstadt nach Windhoek oder in die nächste Satdt Otjiwarongo fahren.
Mit einen Taxi oder einen Taxibus kommt man gut ans Zielort, was aber auch anstrengend und gewöhnungsbedürftig sein kann.
Um Obst und Gemüse einzukaufen, sollte man auch in die nächst größte Stadt fahren.
Denn der Obst- und Gemüsebedarf ist in Okakarara sehr gering.
Um eine einseitige Ernährung zu vermeiden, ist ein Vorrat an Frisches relevant.
Wenn die Schulferien anfangen, kommt es manchmal zu Unterforderung.
Wenn man sich keinen Plan macht langweilt man sich.
Die Möglichkeit zu regelmäßigen Austauschgesprächen gab es ständig durch spontane Hausbesuche, die manchmal auch nicht passend zurzeit gewesen waren.
Der Aufenthalt war insgesamt eine Bereicherung für das Leben gewesen.
Unter anderem wurde eine gewisse Kompetenz im Umgang mit anderen Kulturen sowie eine Sprachkompetenz(Englisch/Otji-Herero) gefördert.
Die Betreuung der Vorschulkinder, die ihre Muttersprache sprechen, führte dazu, dass man auch eine neue Sprache erlernen konnte.
Zu dem entwickelte man auch neue praktische Fähigkeiten innerhalb und außerhalb des Projektes, die relevant für die weitere Studien- oder Berufswahl ist ,nach den Freiwilligendienst im Ausland.




