{"id":39824,"date":"2018-02-15T00:00:00","date_gmt":"2018-02-14T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/steps.eliasarndt.de\/die-aufregendsten-zeiten\/"},"modified":"2018-02-15T00:00:00","modified_gmt":"2018-02-14T22:00:00","slug":"die-aufregendsten-zeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stepsforchildren.de\/en\/die-aufregendsten-zeiten\/","title":{"rendered":"\u201eDie aufregendsten Zeiten meines Lebens\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong><img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-9718\" src=\"https:\/\/www.stepsforchildren.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_1285-1-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"165\" height=\"233\" \/>Juliane Scheller war zweieinhalb Monate f\u00fcr uns als Volont\u00e4rin bei steps for children in Okakarara (Namibia) t\u00e4tig. Eindrucksvoll schildert die 26 Jahre alte Logop\u00e4din aus Hamburg ihre Erfahrungen und Erkenntnissen, die sie w\u00e4hrend ihrer Zeit mit den Menschen in Afrika erlebte. <\/strong><\/p>\n<p>Also packte ich meine Tasche und nahm mir ein paar \u00fcbliche Utensilien mit wie einen Spiegel, eine Handpuppe, Federn, Strohalme und dazu noch ganz viele weitere Therapieideen im Kopf. Schon auf dem Weg von der Hauptstadt Windhoek nach Okakarara, unterhielt ich mich mit unserer Projektleitung Sonja umfassend \u00fcber die Logop\u00e4die. Sie erz\u00e4hlte und erkl\u00e4rte mir gleich einiges zu dem Projekt, dem Leben in Okakarara und von einem Jungen aus dem Projekt, der stottern w\u00fcrde. Nebenbei warf ich w\u00e4hrend der Fahrt immer wieder einen Blick aus dem Fenster und sah die faszinierende Natur meiner neuen Heimat auf Zeit, mit seiner unfassbaren Weite und dem einen oder anderen Warzenschwein. In Okakarara angekommen, lernte ich die anderen netten Volont\u00e4re Tabea, Anne und Paul kennen. Ich bezog mein Zimmer, richtete es mir gem\u00fctlich ein und gew\u00f6hnte mich schnell an unser vertrautes Haus. F\u00fcr den Rest des Tages erz\u00e4hlten mir die anderen Volont\u00e4re von ihrem Alltag, der 7.000 Seelen Gemeinde, dem herzlichen Projekt und den Kindern.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-9717 size-large\" src=\"https:\/\/www.stepsforchildren.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_1476-1150x863.jpg\" alt=\"\" width=\"1060\" height=\"795\" \/><\/p>\n<p>Nach dem Wochenende meiner Ankunft startete nun also auch meine Arbeit im Projekt. Ich lernte meine neuen Kolleginnen und das Projektgel\u00e4nde kennen und sah vor allem lachende und gl\u00fcckliche Gesichter. Nachdem ich in den ersten Tagen viel Kontakt mit den Lehrerinnen hatte, ihren Unterricht begleitete und mir einen \u00dcberblick \u00fcber die einzelnen Entwicklungsbereiche der Kinder verschaffte, startet ich dann mit der individuellen Sprachf\u00f6rderung. Dabei lag der Schwerpunkt nat\u00fcrlich auf der namibischen Amtssprache Englisch. Sie lernten die Vokabeln f\u00fcr Farben, Wochentage, Lebensmittel, Tiere und noch so einige weitere hilfreiche englische Worte mehr kennen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-9715 alignright\" src=\"https:\/\/www.stepsforchildren.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/image2-300x207.jpg\" alt=\"\" width=\"266\" height=\"175\" \/><\/p>\n<p>Die Arbeit machte auf beiden Seiten Spa\u00df, wie ich schnell merkte, da die Kinder allesamt engagiert und stolz auf ihre eigene Mappen waren, die wir anfertigten, versehen mit ihrem Namen und allen Arbeitsbl\u00e4ttern, welche sie bearbeitet und gel\u00f6st hatten. Wir spielten Spiele um die Mundmuskulatur und die Zungenkraft zu f\u00f6rdern oder pusteten ganz kr\u00e4ftig nach Federn und kleinen Watteb\u00e4llen. Dabei hatten die Kinder mit wenigen Dingen viel Freude und konnten meine Therapien zur Sprachf\u00f6rderung als unbeschwerte Zeit genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Im Verlauf meines Volontariats war ich jeden Tag in einer anderen Gruppe unterwegs und hatte somit auch viel Zeit f\u00fcr einen tollen Austausch mit den Kolleginnen. Sie konnten mir Wichtiges \u00fcber die Kinder, das Elternhaus und ihre Herkunft berichten. Dar\u00fcber hinaus konnte ich wichtige Fragen stellen und in den Bereichen der P\u00e4dagogik und Kommunikation unterst\u00fctzen. Der gezielte Austausch machte die Arbeit \u00fcberaus angenehm und effizient. Man lernte die meiste Zeit viel voneinander. Manchmal waren meine Kolleginnen verbl\u00fcfft, wie schnell und ohne gro\u00dfen Zeitaufwand, bestimmte Dinge erledigt werden konnten, wenn man das Problem genau kommunizierte, wie zum Beispiel Fragen nach Unterlagen die man in wenigen Minuten besprechen konnte. Im Gegenzug bewunderte ich die stressfreie Gelassenheit der einheimischen P\u00e4dagogen in manchen Situationen, da eine gewisse Ruhe in vielen L\u00f6sungsfindungen sehr f\u00f6rderlich sein kann.<\/p>\n<p>An den Nachmittagen betreuten die Volont\u00e4re die Klassen 5, 6 und 7 mit ihren Hausaufgaben. Dabei ergaben sich immer wieder Gespr\u00e4chsthemen wie Schule oder Studium, die Rolle einer Frau, aber auch die Themen Verh\u00fctung und HIV. Dabei wurde mir immer wieder bewusst, wie viel Verantwortung ich hatte und was ich den Kindern an Wissen und Denkweisen f\u00fcr die Zukunft vermitteln konnte. Es entstanden Freundschaften mit einer gro\u00dfen Vertrauensbasis. So sa\u00df ich zweimal in der Woche mit drei M\u00e4dchen aus der neunten Klasse zusammen \u2013 wir l\u00f6sten ihre Hausaufgaben gemeinsam und sprachen \u00fcber wichtige Themen des Alltags. Sie trauten sich nicht in der Schule mitzuarbeiten und mit ihren Lehrerinnen und Lehrern ins Gespr\u00e4ch zu kommen, da sich herauskrista-llisierte, dass sie Angst vor Autorit\u00e4t hatten und darum lieber nichts falsch machen wollten. Es war ein langer Weg f\u00fcr mich dieses Verhalten zu verstehen und ihre Blockaden zu l\u00f6sen, ihnen das Selbstvertrauen und den Mut zu geben, welches sie brauchten. Doch zum Ende meiner Zeit in Okakarara wagten sie sich offenkundig Gespr\u00e4che zu f\u00fchren und selbstst\u00e4ndig Fragen zu stellen, wenn sie etwas wissen wollten. Sie wurden selbstsicherer im Umgang mit Anderen und waren stolz darauf ein immer besseres Englisch zu sprechen.<\/p>\n<p>I<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-9716 alignleft\" src=\"https:\/\/www.stepsforchildren.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/image8-300x263.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"263\" \/>n meiner Zeit als Volont\u00e4rin ergaben sich regelm\u00e4\u00dfig Fragen \u00fcber das Leben, die einzelnen Familien, bestimmte gesellschaftliche oder politische Strukturen und so manche Schicksale der Kinder. F\u00fcr all das stand mir unsere Leitung Sonja immer wieder zur Seite. In jeder vorstellbaren Angelegenheit konnte ich mit ihrer Unterst\u00fctzung rechnen, egal ob es Visum, Arztbesuche oder einfach ein paar aufmunternde Worte gewesen sind, wenn die Tage mal nicht so rosig waren. Es blieb stets ein gutes Gef\u00fchl, die Projektleitung mit offenem Ohr und helfenden Worten an seiner Seite zu wissen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend meiner zweieinhalb Monate bei steps for children in Okakarara erhielt ich \u00e4u\u00dferst verschiedene Einblicke in das Leben und den Alltag von Kindern in Namibia, die unterschiedlicher h\u00e4tten nicht sein k\u00f6nnen. Kinder, die aufgrund von famili\u00e4ren Schwierigkeiten Sprachauff\u00e4lligkeiten wie Stottern entwickelten, dabei doch eigentlich so wunderbar kommunizieren. Kinder, die sich nicht trauten zu sprechen, obwohl sie doch eigentlich so mutig und stark sind. Kinder, die durch ein L\u00e4cheln ihres Gegen\u00fcbers, einer aufrichtigen Umarmung oder aufmunternden Worten mehr als getr\u00f6stet werden konnten.<\/p>\n<p>Ich bin \u00fcberaus dankbar f\u00fcr die Zeit als Volont\u00e4rin in Okakarara, da es mir unglaublich viel Freude bereitet, mich auf verschiedenste Art und Weise f\u00fcrs Leben gepr\u00e4gt und mich sehr bereichert hat. Auf eine erfolgreiche Weiterf\u00fchrung des Projektes mit gl\u00fccklichen, gesunden und selbstbewussten Kindern.<\/p>\n<p><strong>Herzlichen Dank f\u00fcr deine tolle Arbeit und wir w\u00fcnschen Dir, liebe Juliane, alles Gute und weiterhin viel Erfolg auf deinem Weg! <br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Juliane Scheller war zweieinhalb Monate f\u00fcr uns als Volont\u00e4rin bei steps for children in Okakarara (Namibia) t\u00e4tig. 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