19. März 2026

Frank in Namibia

Menschen wie Frank zeigen, wie wertvoll persönliches Engagement für unsere Projekte in Namibia ist. Sein kurzer, aber intensiver Aufenthalt in Okakarara öffnet ein Fenster in den Alltag unserer Kinder, in die Herausforderungen vor Ort und in die vielen kleinen Momente, die unsere Arbeit so bedeutsam machen. Mit offenem Herzen, Neugier und großer Bereitschaft, sich einzubringen, hat Frank nicht nur unterstützt, sondern auch selbst viel erlebt – von fröhlichen Kindergesichtern bis zu ersten Begegnungen mit der namibischen Tierwelt.

Sein Bericht lädt dazu ein, einen authentischen Blick auf das Leben in Okakarara zu werfen und zeigt, wie bereichernd ein solcher Einsatz für beide Seiten sein kann.

Wer bist du?

Mein Name ist Frank Osburg. Ich bin 57 Jahre alt, verheiratet und habe zwei erwachsene Töchter. 20 Jahre habe ich am Niels-Stensen-Gymnasium in Harburg Mathematik und Religion unterrichtet. Außerdem war ich Mittelstufenkoordinator und in den letzten Jahren stellvertretender Schulleiter. Leider musste unsere Schule im Juli 2025 mit dem letzten Abiturjahrgang schließen. In meiner Freizeit bin ich viel mit unserem Labradoodle Smilla im Wald, lese, koche und backe gerne.

Wieso hast du dich für ein Kurzzeit-Volontariat in Namibia entschieden?

Eine Kollegin hat mir über steps for children erzählt, weil sie in ihrem Urlaub Okakarara besucht hatte. Alles, was ich gehört habe und auf Bildern sehen konnte, hat mich neugierig gemacht. Hinzu kam, dass ich mir für das Schuljahr 2025/26 ein Sabbatjahr angespart und somit die Möglichkeit hatte, für längere Zeit ins Ausland zu gehen.

Mit welchen Büchern, Dokumentationen, Filmen oder andren Beiträgen hast du dich auf deine Zeit in Namibia vorbereitet?

Ich hatte intensiven Kontakt zu Personen, die bereits mehrere Male in Namibia waren. Außerdem habe ich viele Dokumentationen und Filme zu Land, Kultur und Menschen gesehen. Besonders der Film „Der vermessene Mensch“ hinterließ bei mir eindrucksvolle, aber auch sehr zwiespältige Gefühle. Das liegt daran, dass Okakarara im Gebiet der Herero liegt und damit auch eine traurige Geschichte in sich trägt.

Gibt es Aufgaben, die dir bei steps besonders gefallen?

Der Sportunterricht morgens um 8 Uhr, wenn die Temperaturen noch angenehm sind, zeigt die Begeisterungsfähigkeit der Kinder. Es ist faszinierend zu sehen, wie die kleinen Kinder die vorgemachten Übungen wie z.B. mit den Armen vorwärts und rückwärts kreisen, auf einem Bein hüpfen, Kniebeugen oder Hampelmänner begeistert mitmachen. Auch im Kunstunterricht gab es tolle Momente, in denen hochkonzentriert an den Aufgaben gewerkelt wurde.
Leider konnte ich am Nachmittag bisher noch nicht so sehr in der Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe für Mathematik helfen, weil das Schuljahr gerade erst gestartet ist und sich bei den Schülerinnen und Schülern noch kein regelmäßiger Rhythmus einstellen konnte. Bei denen, wo ich bereits unterstützen konnte, hat es mir viel Freude gemacht, gerade wenn man sieht, dass die Aufgaben richtig gelöst wurden.

Was ist auf deiner Reise oder bei deinem Aufenthalt bisher besonders herausfordernd gewesen?

Anders als in Deutschland, wo man gewohnt ist, dass die alltäglichen Dinge „funktionieren“, kann man in Namibia sicher sein, dass es oft anders kommt, als man denkt. So kämpfen wir in allen Steps-Häusern öfters mit fehlendem Wasser oder abgeschaltetem Strom. Doch am Ende findet sich meistens eine Lösung. Eine besondere Herausforderung bleibt für mich die Sprache. Da muss ich immer wieder kreativ sein…

Was hat deinen Aufenthalt besonders geprägt?

Aufgrund der kurzen Zeit meines Aufenthaltes ist das etwas schwierig. Auf jeden Fall sind es die lachenden Kindergesichter, ob am Morgen im Kindergarten und Vorschule oder am Nachmittag in der Betreuung während des Wikingerschachspielens. Aber natürlich gehören auch die ersten Begegnungen mit Giraffen, Affen und anderen Wildtieren dazu.

Was hat dich bei deinem Aufenthalt bisher am meisten überrascht?

Das kann ich gar nicht sagen, da ich mit möglichst wenigen Vorstellungen zu Menschen und Land gekommen bin. Positiv war auf jeden Fall die Offenheit, die ich bisher erlebt habe.

Als große weiße Person falle ich natürlich automatisch auf. Aber es war kein Problem, mit den Kindern zu singen, zu klatschen oder im Kreis zu tanzen. Da haben wir auf beiden Seiten keine Hemmungen gezeigt. Auch das Helfen bei mathematischen Problemen klappt mit der Zeit immer besser.

Was muss man unbedingt ausprobieren, wenn man in Namibia ist?

Ich denke, das wird ein Besuch im Etosha-Nationalpark sein. Da hoffe ich darauf, viele interessante Tiere in freier Wildbahn zu sehen. Und ohne Ausprobieren: das Schauspiel am Himmel ist jeden Abend in der Dämmerung atemberaubend und zudem kostenlos.

Wofür bist du dankbar?

Ich bin dankbar dafür, dass ich so freundlich aufgenommen wurde.

Ich wünsche mir…

Für die restliche Zeit wünsche ich mir, dass ich mit den Kindern viel spielen und ihnen etwas beibringen kann (auch wenn das ständige Hochheben oder auf den Arm nehmen nicht unbedingt rückenfreundlich ist) und dass wir in unserer Freiwilligen-Community gesund bleiben.

Lieber Frank, ganz herzlich danken wir für deinen Einsatz bei uns in Okakarara! Dein Aufenthalt ist ein wertvoller Gewinn für das steps Team und die Kinder. Wir wünschen dir viel Freude auf deiner weiteren Reise.